Wilde Karde

Dipsacus fullonum

Die Wilde Karde blüht blau, hat ihre Blütezeit von Juli – August und trägt Stacheln.

Die Pflanze wächst zweijährig.

Man findet sie auf Ödland, an Dämmen, an Wegen und Ufern.

Interessant ist folgendes, wenn Tiere mit ihrem Fell in den Stacheln hängen bleiben, aber weiterlaufen, schnellt die gebogene Pflanze zurück und kann somit ihre Früchte quasi wegschleudern und für eine Verbreitung über einige Meter sorgen.

Die Blätter der Wilden Karde stehen an der Blattbasis, also da, wo sie aus dem Stängel kommen, eng beieinander. Sie bilden daher eine Zisterne, also einen Wasserbehälter.
Regenwasser, das sich dort sammelt, wird von Vögeln getrunken.
Daher rührt auch der botanische Gattungsname Dipsacus, der leitet sich vom griechischen dipsa für Durst ab. Der Artname fullonum stammt von der mittelalterlichen Bezeichnung für Tuchmacher, fuller. Die stacheligen Fruchtstände nutzte man nämlich früher zum Aufrauen von Wolle. Dazu baute man bis ins 20. Jahrhundert die Weber-Karde an, Dipsacus sativus, also nicht die gleiche Art, wie die Wilde Karde.
Im Mittelalter nutzte man die Wilde Karde gegen Schrunden, das sind feine Risse in der Haut und auch gegen Warzen.
Die damalige Volksheilkunde verwendete sie gegen Leberleiden, Gelbsucht, Gerstenkörner, Fisteln und Nagelgeschwüren.
Der Ethnobotaniker Wolf Dieter Storl führe die Wilde Karde gegen Borreliose ein.