Schlehe

Prunus spinosa

Schlehen wachsen als dornige Sträucher bis zu 3 m hoch. Sie tragen weisse Blüten mit 5 Blütenblättern. Die Blütezeit ist März - April. Die Steinfrüchte reifen im Spätsommer bis Frühherbst, sie schmecken ausgesprochen sauer und sind gewöhnlich blau bereift, können aber im Laufe der Fruchtreife auch nahezu schwarz werden. In Schlehenhecken nistet der Neuntöter der seine Beute, Insekten, aber auch Mäuse, auf die Dornen der Schlehe aufspießt.
Schlehen gedeihen an Weg- und Waldrändern und auf Heiden. Die Pflanze ist kalkliebend. In den Alpen kann man den Strauch bis zu einer Höhe von 1500 m antreffen.
Die Schlehe ist eine Heilpflanze. Vorwiegend die Blüten, aber auch die Blätter werden als leichtes Abführmittel verwendet. Sie haben auch eine harntreibende Wirkung.  Aus den Beeren kann man Mus kochen und bei Appetitlosigkeit geben. Bekannt ist auch Schlehenwein. In der Volksheilkunde nutzte man die Pflanze ferner zur Blutreinigung, bei Husten, verzögerter Menstruation, Steinleiden und Wassersucht. Äußerlich wendete man sie bei Hautausschlägen von Kinder an.
Den Tee aus den Blüten sollte man nicht überdosieren, da sie Spuren eines Blausäureglycoids enthalten.
Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind Schwarzdorn, Schlehen-Schwarzdorn und Schlehdorn. Die Namensherkunft ist ungewiss, möglicherweise entstammt das Wort Schlehe dem althochdeutschen sleha oder dem slawischen sliva für Zwetschge (Slibovitz - Zwetschgenschnaps). Botanisch gehört die Schlehe zur Gattung Prunus und ist damit direkt verwandt mit der Pflaume und der Kirsche. Prunus war schon die römische Bezeichnung für die Pflaume. Der Artname spinosa bedeutet dornig.
Schon zu Zeiten der Pfahlbauten fand die Schlehe Verwendung bei unseren Vorfahren und ebenso in der arabischen Medizin. Auch Plinius, Dioscurides und Galen haben über sie berichtet und natürlich fehlt die Schlehe in keinem der mittelalterlichen Kräuterbücher. Hier ein Zitat von Hieronymus Bock (1498 - 1554), der seinerzeit nicht nur Arzt und Theologe, sondern auch Botaniker war:
“So man die beere oder der rinden von wurzlen inn wasser oder sauren wein siedet / ein wenig Alaun und Honig dazu thut / dem mund damit auspület / oder gurglet / ist es gut zu den geschwären des mundes / des zanfleisches / des hals und zäpflein