Sumpf-Helmkraut

Scutellaria galericulata

Das Sumpf-Helmkraut mag es feucht; das sagt ja auch schon sein Name. Zu finden ist es somit in Flachmooren, an Ufern, auf feuchten Wiesen und an Gräben.
Auf der Nordhalbkugel ist es häufig zu finden, so in Europa, Asien und in Nordamerika.
Das Sumpf-Helmkraut wächst als Staude, also als wiederkehrende Pflanze, wird 10 – 40 cm hoch und hat seine Blütezeit von Juni – September.
Die Pflanze gehört den Lippenblütengewächsen an. Die Lippenblüten sind violettblau und an der Unterlippe weiß befleckt.
Die Früchte, es handelt sich um Nussfrüchtchen, sitzen im Kelch. Trifft nun ein Regentropfen auf die Oberseite des Kelchs, wird dieser nach unten gedrückt, schnellt danach aber wieder hoch und verbreitet katapultartig die Samen. Dies nennt man Selbstausstreuer. Aber Tiere können die Samen verbreiten.
In Höhenlagen findet man das Sumpf-Helmkraut bis zu 1200 m, dort wächst auch das Alpen-Helmkraut, das klettert aber in Höhen bis zu 2900 m.
Der botanische Names des Sumpf-Helmkrautes ist Scutellaria galericulata. Scutellaria ist die lateinische Verkleinerungsform für scutella lateinisch Trinkschale. Der Blütenkelch trägt eine schüsselförmige Schuppe hinter der Oberlippe. Der Artname galericulata bedeutet so viel wie kleinbehelmt.
Die jungen Triebe und Blätter kann man als Wildgemüse essen, und sie werden wie Spargel zubereitet. Der Vitamin-C-Gehalt ist recht hoch, daher schmeckt das Weidenröschen säuerlich.
Das Schmalblättriges Weidenröschen hat auch Heilwirkungen. In der Volksheilkunde setzte die Menschen Wurzeln und Blätter gegen Prostatavergrößerung ein, durch ihren Schleimgehalt bei Magen- und Darmerkrankungen sowie auch zur Wundheilung.
Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka isst man die gesamte Pflanze als Wildgemüse und bereitet aus den Blättern den sogenannten kurilischen Tee. Den kann man übrigens auch bei uns kaufen. Eine weitere Bezeichnung ist koptischer Tee. Er dient und diente oftmals als Ersatz für den Schwarzen Tee, dazu müssen die getrockneten Pflanzenteile aber fermentiert werden. Koptischer Tee enthält natürlich kein Teein, wie der Schwarztee.
Die Haida, ein kleines Indianervolk in Kanada nutze die äußeren Fasern der Stängel zum Weben von Schnüren, mit denen sie dann Fischernetzte herstellten.
Andere Amerikanische Ureinwohner vermischten die Samenhaare mit Ziegenwolle für Umhänge und Decken. Die Samenhaare verwendete man für Kissenfüllungen.
Die getrockneten Blätter wurden auch als Kräutertabak geraucht.
Weitere Bezeichnungen für das Schmalblättrige Weidenröschen waren St. Antonie-Kraut, Unholdenkraut, Krebsblume und in Ostfriesland nennt man sie auch Wilde Wilge.
Der botanische Name ist Epilobium angustifolium. Der Gattungsname Epilobium setzt sich zusammen aus den altgriechischen Worten epi für auf und lobion für Schote. Also aufrechte Schote. Angustifolium bedeutet schmalblättrig.