Wilde Möhre

Daucus carota supsp. carota

Die Wilde Möhre wächst als weiß blühender Doldenblütler, und obwohl die Doldenblütler recht schwer voneinander zu unterscheiden sind, ist dies bei unserer Wilden Möhre nicht ganz so schwierig, denn ihre Blütendolde ist leicht schirmförmig.
In der Mitte der Dolde sieht man meistens, aber nicht immer eine dunkelrote oder schwarze „Mohrenblüte“. Die Mohrenblüte ist nicht fruchtbar, sie dient einzig dazu Insekten zur Bestäubung anzulocken. Insekten landen gerne dort, wo schon andere Insekten sitzen, bzw. diese Insekten annehmen, dass sich auf der Blüte schon ein anderes Insekt niedergelassen hat.
Das Wort Mohr ist übrigens eine veraltete Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe.
Und auch im Wort Mohrrübe, kommt die Bezeichnung Mohr vor.
Die Wild Möhre wird bis zu über 1 m hoch und blüht von Juni – September.
Man findet sie auf Ödland, auf Wiesen, an Straßenrändern. Gewöhnlich wächst sie auf kalkreichem, trockenem Boden, oft in großen Beständen. Die Pflanze ist zweijährig.
Unsere Garten-Möhre wurde aus der Wilden Möhre Daucus carota subsp. carota sowie aus der südeuropäischen Art Daucus carota subsp. maximus und möglicherweise der orientalischen Daucus carota subsp. afghanicus gezüchtet. Die Zuchtform, also die Gartenmöhre, enthält wesentlich mehr Carotin, als die Wurzel der Wilden Möhre, deshalb auch die orange Farbe. Ihre Wurzel der Wilden Möhre ist eher weiß. Allerdings riecht sie deutlich nach Mohrrübe. Das Beta-Carotin ist übrigens die Vorstufe zum Vitamin A, das im Organismus in Vitamin A umgewandelt wird.
Der Gattungsname Daucus stammt aus dem altgriechischen „daucos“, womit damals die Wilde Möhre bezeichnet wurde. Carota ist die lateinische Benennung der Möhre.
Im Thüringer Vogtland bezeichnet man die Pflanze mundartlich mit Kälberscheiss.
Die Garten-Möhre ist ein gutes Mittel bei Ernährungsstörungen von Säuglingen und hat einen hohen Anteil an Provitamin A. Somit ist Möhrensaft ausgesprochen gesund. Man sollte ihm aber einen Schuss Öl beigeben, da Vitamin A zu den fettlöslichen Vitaminen gehört.
Man kann die Gartenmöhre auch gegen Madenwürmer einsetzen. Ein Breiumschlag hilft bei Geschwüren und offenen Beinen.
Die Wilde Möhre wurde früher als Heilmittel verwendet.
Matthiolus (1501 – 1577), der Leibarzt von Erzherzogs Ferdinand und danach des Kaisers Maximilian II schreibt in seinem Kräuterbuch:
Die Möhren gesotten / sind lieblich zu essen / dem magen nützlich / treiben den harn / bringen lust zur speiss / und zu den ehrlichen werken /  Wider den Stein (gemeint sind wohl Nierensteine) Nimm Möhren sampt den blettern / unnd samen / seuds in wasser / geuss in ein wanne / und sitz darein / es hilfft“.