Blut-Weiderich

Lythrum salicaria

Der Blut-Weiderich mag es feucht. Daher findet man ihn an Gräben, Fluss- und Bachläufen, Teichen und Seen sowie auf nassen Wiesen. Er bevorzugt kalkreichen Lehm oder Tonboden.

Die Pflanzen werden bis zu 2 m hoch, und blühen von Juli bis in den September. Der Blütenstand kann hunderte Einzelblüten enthalten. Eine einzige Pflanze produziert bis zu 3 Millionen Samen.

Und etwas Besonderes zeichnet den Blut-Weiderich aus. Beim im liegt nämlich eine Polymorphe, genauer, eine trimorphe Heterostylie vor. Polymorph bedeutet, dass es mehrere Genvarianten innerhalb einer Population gibt. Bei trimorph sind es drei. Und Heterostylie bedeutet Verschiedengriffligkeit bezogen auf den Blütengriffel. Also sind das verschiedenen Blütenvarianten innerhalb einer Pflanzenart und in unserem Fall 3 verschieden lange Blütengriffel und Staubgefäße.

Jede Blut-Weiderichpflanze trägt einen Blütentyp, Typ 1, 2 oder 3. Dadurch gewährleistet die Pflanze vorwiegend Fremdbestäubung und nicht Eigenbestäubung. Eigenbestäubung wäre, wenn Blüten ein und derselben Pflanze sich gegenseitig bestäuben. Es werden 7 x mehr Samen gebildet, wenn eine Pflanze z. B. vom Typ 1, von einer anderen Pflanze, ebenfalls mit einer Typ 1- Blüte bestäubt wird, als wenn z. B. Pollen von Typ 2 zu Typ 1 gehen. Das hat Charles Darwin untersucht.

Mit dieser Methode sichern sich diese Pflanzen einen besseren Austausch des Erbgutes und verhindern auch zum großen Teil Inzucht.

 

Diese Heterostylie kommt aber auch bei anderen Pflanzen vor, so bei der Echten Schlüsselblume und beim Sauerklee.

Blut-Weiderich hat sein Vorkommen in Eurasien und Australien, aber auch in den USA, wo er als invasiver Neophypt, also als eindringender Neubürger sich im frühen 19. Jahrhundert angesiedelt hat. In den USA hat er nicht so viele Fraßfeinde und konnte sich daher massiv ausbreiten. Er wächst dort auch höher, als bei uns.
Schon im 16. Jahrhundert gerbte man Leder mit Blut-Weiderichsaft. Seile und Holz imprägnierte man ebenfalls mit dem Saft, um Fäulnis zu verhindern.
Heilkundlich spielt die Pflanze heute keine Rolle mehr, früher verwendete man ihn gegen Blutspucken, die Ruhr und gegen Ekzeme. Als es im 19. Jahrhundert eine Choleraepidemie gab, setzte man die Pflanze ein. Blut-Weiderich wirkt auch blutstillend, daher auch sein Name, außerdem färbte man früher Zucker mit ihm rot.
Die Pflanze wird auch gerne in Gärten angepflanzt, und es gibt mittlerweile verschiedenen Züchtungen.
Mit botanischen Namen heißt er Lythrum salicaria. Der Gattungsname Lythrum stammt von dem griechischen Wort lythron, was strömendes Blut bedeutet. Der Artname salicaria heißt weidenblättrig, wohl in Anspielung an die Blattform.