Narzisse, Osterglocke

Narcissus pseudonarcissus

In Mitteleuropa gibt es etwas mehr als 15 verschiedene Narzissen-Arten. Am bekanntesten ist wohl die Gelbe Narzisse oder Osterglocke. Sie wächst aus einer braunen Zwiebel und wird 15 - 40 cm hoch. Die Blüten sind gelb und haben 6 Blütenblätter, innen mit einer Nebenkrone. Die äußeren Blütenblätter können auch weißlich sein. Die Blüten stehen meist einzeln auf einem langen Stängel. Narzissen blühen von März bis Mai.
Wir kennen die Osterglocken vorwiegend als Gartenpflanzen und Schnittblumen in den verschiedensten Variationen. Ihr natürliches Vorkommen ist sehr selten geworden. Sie wachsen auf kalkarmen Bergwiesen und in lichten Wäldern. Ihr Verbreitungsgebiet ist das südliche und westliche Europa.
Die Gelbe Narzisse wird auch Trompeten-Narzisse genannt. Osterglocke natürlich aufgrund ihrer Blütezeit, nämlich um die Osterzeit herum. Im Christentum steht diese Blume für die Auferstehung. Sie erscheint das ganze Jahr über wie tot, erblüht aber zu Ostern.
Die Bezeichnung Narzisse oder im wissenschaftlichen Namen Narcissus, entstammt der griechischen Mythologie. Narziss war ein griechischer Held und so schön, dass sich alle Dryaden und Waldnymphen in ihn verliebten. Er aber erwiderte ihre Liebe nicht, denn Narziss hatte nur Augen für sich selbst. So beschlossen die Götter ihn für seine Eigenliebe zu bestrafen. Als Narziss mal wieder sein Spiegelbild in einem Fluss betrachtete, wurde er so verzückt von seiner eigenen Schönheit, dass er sich selbst umarmen wollte, dabei ins Wasser fiel und ertrank.
Man errichtete einen Scheiterhaufen um den toten Narziss zu verbrennen. Als aber die Flammen seinen Leichnam berühren wollten, wurden diese entrückt und zurück blieb eine Blume, nämlich die Narzisse.  Sie trägt in ihrer Blütenkrone einen Kranz und zeigt damit Narziss, wie er sich über das Wasser beugt und sich selbst betrachtet.
Auch der Begriff Narzisst rührt daher, ein selbstverliebter, sich selbst bewundernder Mensch.
Der Artname der Gelben Narzisse, pseudonarcissus, bedeutet unechte Narzisse, was daran liegt, dass ältere Botaniker sie nicht als eigentliche Narzisse betrachtet haben. Der Artname der Weißen Narzisse, poeticus, heißt dichterisch besungen.
Die gesamte Pflanze, vorwiegend aber die Zwiebel enthalten verschiedene Alkaloide, unter anderem das Lycorin. Mit dem Gift schützt sich die Pflanze übrigens vor Parasitenbefall. Vergiftungen sind durch eine Verwechslung der Narzissenzwiebel mit der Küchenzwiebel möglich, aber auch das Blumenwasser ist giftig. Die Symptome sind Übelkeit und Erbrechen, Schweißausbrüche und Durchfall. Bei starker Vergiftung kann es auch zu Lähmungen und zum Kollaps kommen, auch tödliche Vergiftungen sollen vorgekommen sein. Der Saft der Narzissen wirkt auch äußerlich auf die Haut. So kommt es bei Gärtnern und Floristen immer wieder zu Hautentzündungen, der so genannten Narzissendermatitis
Narzissen sind giftig für Pferde, Schweine, Hunde und Katzen, außerdem für Hasen, Kaninchen, Hamster und Meerschweinchen sowie für Vögel. Die Vergiftungssymptome sind Magen- und Darmbeschwerden, Übelkeit, Durchfall, Krämpfe, Zittern sowie Herzrhythmusstörungen.
Bei Hunden können bereits 15 g der frischen Zwiebel zum Tod führen
Wie man aus der Geschichte um Narziss sehen kann, waren Narzissenarten schon den alten Griechen bekannt.
Viele Dichter und Maler wurden durch sie inspiriert, aber auch die Heilkundigen des Mittelalters nutzten ihre Wirkung. So gebrauchte man die Narzisse damals bei verschiedenen Hauterkrankungen, wie Flechten, Beulen und Geschwüre.

Wilde Narzissen sind geschützt!