Mutterkraut
Tanacetum parthenium
Das Mutterkraut wird seit Jahrhunderten in der Heilkunde eingesetzt; auch im alten Griechenland fand es bereits Verwendung. Es findet Erwähnung in vielen alten Kräuterbüchern, so auch bei Hildegard von Bingen.
Man nutze seine Wirkung bei Frauenleiden, also bei von Menstruations- und Schwangerschaftsbeschwerden, wodurch es auch seinen Namen erhielt. Mutterkraut wirkt entzündungshemmend, daher verwendete man es bei rheumatischen Erkrankungen, aber auch bei Verdauungsproblemen sowie bei Fieber und Erkältungen.
Vor allem aber bei Migräne wurde und wird die Pflanze eingesetzt. Die Wirksamkeit stellen verschiedene Studien, so eine aus dem Jahr 1985 der Universität Nottingham/England fest. Diese Studie belegte bei 70% der Probanden eine deutliche Reduzierung von Migräneanfällen, wobei das Mutterkraut hier zur Vorbeugung eingenommen wurde. Für eine direkte Behandlung von Migräneanfällen ist Mutterkraut nicht geeignet. Ein Tee wird hier aber nicht die Wirkung erzielen, es bedarf Mutterkrautauszügen in Kapsel- oder Tablettenform, am besten mit 400 mg Mutterkraut pro Kapsel oder Tablette. Hiervon nimmt man 6 Stück über den Tag verteilt ein. Der entscheidende Wirkstoff ist hier das Parthenolid.
Das zerstoßene Kraut eignet sich auch als Insektenvernichtungsmittel. Wirksam als Kontaktgift sind hier die Pyrethrine, die vor allem in einigen Chrysanthemenarten vorkommen, so bei der Dalmatinische Insektenblume (Tanacetum cinerariifolium)
Mutterkraut kann bei Hautkontakt Allergien auslösen und Schwangere sollten sie nicht einnehmen.
Früher verwendete man die Pflanze als Abtreibungsmittel, worauf sich wohl auch der botanische Artname parthenium bezieht, abgeleitet vom griechischen parthenos für Jungfrau.
Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem östlichen Mittelmeergebiet und ist heute in ganz Europa, in Nordamerika und sogar in Australien verbreitet. Mutterkraut wächst bis zu 80 cm hoch und blüht von Juni bis August. Ihre Blüten erinnern ein wenig an Gänseblümchen.
Man findet es angebaut in Gärten und auch teils verwildert.
Botanisch zählt das Mutterkraut zur Familie der Korbblütler und zur Gattung Tanacetum. Früher allerdings Chrysanthemum zugeordnet. Zu Tanacetum gehört auch der Rainfarn. Die Herkunft von Tanacetum ist nicht klar. Möglicherweise bezieht sich der Name auf das Unsterbliche, also unvergängliches Kraut, da das getrocknete blühende Kraut lange unverändert bleibt.


