Raps

Brassica napus Kreuzblütler

Raps blüht bekanntermaßen gelb. Seine vierblättrigen Blütenblätter stehen am Ende des Stängels in traubigem Blütenstand. Die Blütezeit ist gewöhnlich April bis Mai. Die Blätter sitzen oberhalb der Pflanze stängelumfassend, untere Blätter sind fiederteilig. Raps wächst bis zu 1,5 m hoch.
Raps ist eine Kulturpflanze und wird bekanntlich auf Feldern angebaut; des Öfteren findet man ihn aber auch verwildert.
Aus den Samen wird Öl gewonnen und es gibt Hinweise, dass die Inder das schon vor 4000 Jahren taten. In unsren Breiten begann der Rapsanbau im 14. Jahrhundert, und wurde dann 300 Jahre später deutlich intensiviert. Man nutzte ihn aber damals allerdings kaum als Speiseöl, sondern als Brennstoff für Lampen. Der ursprüngliche Raps enthielt Erucasäure und Senfölglycoside. Durch die Erucasäure schmeckt er ziemlich bitter und war auch giftig, insbesondere für Tiere. So haben die Menschen das Rapsöl fast nur in Notzeiten verwendet. Rapsöl wurde also kaum zur Ernährung genutzt, es war als Futtermittel ungeeignet, übrigens auch die Reste des Ölpressens, die sogenannten Presskuchen. Einzig die Verwendung als Brennstoff und als technisches Öl blieb somit übrig.
Dies änderte sich Mitte der 70er Jahre. Es gelang die Erucasäure bis auf einen Gehalt von 2% herauszuzüchten. Diese neuen Züchtung nannte man 0-Raps. 1981 gelang es schließlich auch Sorten zu züchten, die wenig Senfölglycoside enthielten. Diese Züchtungen nannte man 00-Raps. Bei uns wird heutzutage fast nur noch der 00-Raps angebaut.
Dennoch ist Raps, in größeren Mengen gefressen, für Wiederkäuer wie Rehe nicht ungefährlich und führt zu Blutarmut.
Außerdem ist der Eiweißgehalt im Raps recht hoch und der Rohfasergehalt recht niedrig. Somit kommt es bei Rehen zu schweren Verdauungsstörungen, die zum Tod führen können, wie auch die bereits erwähnte Blutarmut, die wohl durch S-Methyl-Cystein-Sulfoxid ausgelöst wird.
Besonders im Winter ist das kritisch, wenn der im Spätsommer gesäte Raps schon Blattrosetten auf den Feldern bildet.
Ich würde grundsätzlich davon abraten, Raps an Tiere zu verfüttern.
Das Rapsöl ist heutzutage ein wichtiges Speiseöl und dem Olivenöl recht ähnlich. Allerdings ist der Anteil an essentiellen Fettsäuren, insbesondere der α-Linolensäure beim Raps deutlich höher, als beim Olivenöl.
Das Öl wird aber in der Hauptsache als Zusatz zu Treibstoffen oder als Biodiesel verwendet.
Vergessen wollen wir auch nicht den Rapshonig. Dieser Honig kristallisiert besonders schnell und ist sehr streichzart und von hervorragendem Geschmack.
Raps zählt botanisch zur Pflanzengattung Brassica, womit er mit den Kohlarten verwandt ist.
Brassica ist die lateinische Bezeichnung für Kohl und der Artname des Rapses napus bedeutet Steckrübe. Die Steckrübe ist übrigens eine botanische Unterart des Rapses.