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Johanniskraut Hypericum perforatum

Das Johanniskraut trägt goldgelbe Blüten, mit schwarzen Punkten oder Strichen, die in einer rispigen
Scheindolde stehen. Die Blüten verfärben sich rot, wenn man sie zwischen den Fingern verreibt. Die Blätter sind
elliptisch-eiförmig. Der Stengel ist zweikantig, dies kommt im Pflanzenreich selten vor. Die Pflanze wird bis zu 60 cm hoch und blüht von Juni - September.
Die Pflanze wächst auf feuchten Wiesen, an Wald- und Wegrändern und an Ufergebüschen. Sie ist in ganz Europa verbreitet.
Johanniskraut enthält unter anderem Hypericin, Hyperosid, ätherisches Öl, Gerbstoffe. Johanniskraut gilt als
pflanzliches Anti-Depressivum. Es wirkt stimmungsaufhellend und beruhigend und wird gerne in den
Wechseljahren eingesetzt Auch Bettnässen kann man mit der Pflanze behandeln. Johanniskrautöl wirkt gut bei
Rheuma und Hexenschuß, fördert die Wundheilung, wirkt schmerzlindernd bei Verstauchungen, bei Blutergüssen
und Gürtelrose. Man nutzt die Pflanze weiterhin bei Schlaflosigkeit und Menstruationsbeschwerden. Bei Tee- oder Ölkuren sollte pralles Sonnenlicht gemieden werden.
Der Wirkstoff Hypericin bewirkt bei hellen Tieren, wie weißen Pferden und Schafen, die anschließend dem Licht
ausgesetzt sind (Photosensibilisierung) entzündliche Rötung der Haut und Geschwüre. Die Tiere werden unruhig,
wälzen sich, Lippen und Kinn schwellen an. Bei schwerer Vergiftung sind Todesfälle möglich. Eine Vergiftung für
helle Meerschweinchen, Ratten und Mäuse ist möglich. In Tierversuchen wurde einer Ratte 1 mg reines Hypericin gespritzt, nach 2 Stunden Sonnenbestrahlung starb das Tier.
Da die Pflanze um “Johanni” (24. Juni) blüht, erhielt sie ihren Namen. Sie wird als Hartheu oder Tüpfel-Hartheu bezeichnet. Der botanische Gattungsname Hypericum
stammt aus dem griechischen. Das griechische Wort hypér bedeutet groß, eréike heißt Heidekraut. Die Bedeutung ist, das Hypericum zwischen dem Heidekraut
wächst und sich darüber erhebt. In den alten Kräuterbüchern wird das Johanniskraut lobend erwähnt. So schreibt Tabernaemontanus (1520 - 1590):
““Diß Wasser ist gut und heilet alle innerliche und äusserliche Wunden/ davon [Morgends und Abends] getruncken/ [damit gewaschen] und das Wasser äusserlich aufgeschlagen. Das Wasser mit
Päonienwasser getruncken/ alle Tag zwey oder dreymal/ jedes mal zwey oder drey Loth/ ist gut für die Fallendsucht/ [und den Schlag.] Das Wasser mit rothem Wein vermischet/ und davon
getruncken/ stopffet die Bauchflüß und rothe Ruhr/ [wie dann auch mit einem Tuch auf den Bauch gelegt.]” und weiter über das Johanniskrautöl: “Die Apothecker und
auch die Wundärtzte pflegen ein köstlich Oel aus dieses Krauts Blumen zu machen: welches man aber auf
schlechte Weiß also präparieren soll: Nim der frischen Blumen so viel du wilt/ thu sie in ein Glaß/ geuß Baumöl
darüber/ stopffs oben zu/ und stelle es an die Sonne/ etliche Tag darnach seige das Oel ab/ truck die Blumen wol
aus/ und thu andere frische darein/ setze es wiederum an die Sonn/ darnach trucke es aus wie zuvor/ solches
thue etlich mal nach einander/ zu letzt stoß die Hplsen samt dem Saamen und lege sie auch in das Oel/ so wird das Oel schön blutroth:”
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