|
Acker-Schachtelhalm Equisetum arvense
Schachtelhalme sind sogenannte Gefäßsporenpflanzen und vermehren sich somit, wie die Farne, über
Sporen. Die hellbraunen Sporentriebe bilden sich im Frühjahr. Der Acker-Schachtelhalm sieht ein wenig aus
wie ein “Weihnachtsbaum”. Die grünen Triebe der Schachtehalme stecken ineinander. Die Pflanzen gehören
mit einem Alter von 400 Millionen Jahren zu den ältesten Pflanzen unserer Erde. Außer dem Acker-Schachtelhalm wachsen in unseren Breiten noch 10 weitere Schachtelhalmarten. so der Sumpf
-Schachtelhalm und der Wald-Schachtelhalm. Acker-Schachtelhalm wächst an Bahndämmen, Äckern und Wegen.
Die Wirkstoffe sind die Alkaloide Palustrin und Palustridin, außerdem Spuren von Nikotin, Aconitsäure, Kieselsäure, Oxalsäure und das Enzym Thiaminase.
Acker-Schachtelhalm, aber auch nur der, wird bei rheumatischen Beschwerden, chronischem Husten und
Gicht sowie als Blasen- und Blutreinigungstee verwendet. Die Pflanze besitzt harntreibende Wirkung und regt
den Stoffwechsel an ohne dabei den Elektrolythaushalt des Körpers zu beeinflussen. Man sollte sich dabei
aber nicht ausschlißelich auf den Acker.Schachtelhalm verlassen. Durch seinen hohen Kieselsäureanteil hat
Acker-Schachtelhalm eine positive Wirkung auf das Bindegewebe, entweder als Tee oder als Badezusatz.
Acker-Schachtelhalm weist, wie auch der Sumpf-Schachtelhalm, geringere Giftstoffe auf die aber nur auf Tiere giftig wirken. Die Giftstoffe bleiben auch nach dem Trocknen erhalten!
Giftig sind die Schachtelhalme für Pferde sowie für Rinder und Kühe. Bei
Pferden entsteht durch eine Schachtelhalmvergiftung die sogenannte Taumelkrankheit. Das Enzym Thiaminase zerstört das Vitamin B1, somit
kommt es zu Stoffwechselstörungen, die wiederum führen bei den Tieren zu Krämpfen und Lähmungen. Füttert man einem Pferd 2 - 5 Wochen lang
im Heu mindestens 20 % Acker-Schachtelhalm, kommt es zu ernsten Vergiftungen. Der selbe Anteil an Sumpf-Schachtelhalm ist nach ca. 1 Monat Fütterungszeit tödlich.
Weitere Vergiftungssymptome bei entsprechend starker Vergiftung sind Magen- Darmentzündungen mit Durchfall, Schreckhaftigkeit, Muskelzittern
(auch Zuckungen im Gesicht), Pupillenerweiterung, Störungen im Bewegungsablauf, Taumel bis zu Lähmungen der Hinterläufe und
Hinstürzen, Schwäche bis zur völligen Erschöpfung und Tod. Leichte Vergiftung zeigt sich durch Abmagern und Schwäche. Bei Kühen kommt es im Falle einer Vergiftung zu Minderung der
Milchleistung. Ein weiterer gebräuchlicher Name für den Acker-Schachtelhalm ist Zinnkraut. Früher verwendetet man die Pflanze zum Reinigen von
Zinngeschirr. Der botanische Gattungsname Equisetum kommt vom lateinischen Wort équus für Pferd und séta für Borste. Der Name verweist
damit auf die rötlichen Sporentriebe, die an Pferdeschweife erinnern. Der Artname arvensis zeigt den Wuchsort des Acker-Schachtelhalms an, nämliche Äcker und Ackerränder.
|