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Standort und Verbreitung:
Die Zypressen-Wolfsmilch ist an Wegrändern, Böschungen, auf Halbtrockenrasen und lehmigem Boden zu finden. Die Sonnenwend-Wolfsmilch wächst oft am Rande von
Getreidefeldern, in Weinbergen und auf Ödland. In den Alpen findet man sie bis zu 1500 m Höhe.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Der Milchsaft der Wolfsmilch enthält das Triterpengemisch Euphorbon. Das Gift kann äußerlich auf die Haut wirken, wobei es zu Blasenbildung kommt. Die
Schleimhäute können durch das Gift angegriffen und zerstört werden, im Auge kann dies unter Umständen zur Erblindung führen. Innerlich bewirkt das Gift Erbrechen, Magenschmerzen und
Durchfälle. Bei einer großen Giftmenge auch Kreislaufschädigung und Lähmungen.
Tiergiftig:
Wolfsmilcharten sind giftig für Pferde, Rinder und Kühe, Ziegen, für Hunde und Katzen, außerdem für Nager, wie Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster sowie
für Vögel. Die Pflanzen behalten auch im getrockneten Zustand ihre Giftwirkung. Frische Pflanzen werden aufgrund ihres scharfen Geschmacks meist von Tieren gemieden, nicht so jedoch im
Heu. Die Symptome einer Vergiftung sind starke Schleimhautreizungen, Magen- Darmbeschwerden mit Krämpfen und oft blutigem Durchfall, Absinken der Körpertemperatur, Lähmungen, blutiger
Harn und Kot, Taumeln, Leberschädigung und Herzrhythmusstörungen. Haben sich Kühe mit Wolfsmilch vergiftet, verändert sich der Geschmack der Milch. Kommt der Milchsaft in Kontakt mit den
Augen der Tiere, kann es zu schweren Entzündungen kommen, die oft sehr schwer heilbar sind.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
In der Volksmedizin verwandte man den Milchsaft als Brech- und Abführmittel, was natürlich einer Vergiftung entsprach.
Name:
Die Bezeichnung Wolfsmilch erhielt die Pflanze wahrscheinlich wegen ihres scharf schmeckenden Milchsaftes. Die wissenschaftliche Bezeichnung Euphorbia stammt
von Plinius und wurde der Pflanze zu Ehren Euphorbos gegeben, der Leibarzt des mauretanischen Königs Juba war (50 v. Chr.)
Geschichtliches:
Die Wolfsmilch wurde schon im Kräuterbuch des Dioscurides erwähnt, und Tabernaemontanus beschreibt verschiedenen Arten der Gattung. So lesen wir in seinem
Kräuterbuch unter anderem: "Diese Kräuter werden gebrauchet / die wässerige Feuchte aus dem Leib zu treiben: Daher auch Plinius schreibt/daß sie den Wassersüchtigen gut seyen. ...
Aber er meldet davon / daß sie nicht ohne Schaden werden eingenommen / Dann sie ein Natur habe / das Hertz und die innerlichen Glieder zu verletzen: die Adern aufreissen und ein Fieber zu
erregen." Und an anderer Stelle: "Diese Milch in ein holen Zahn getan / nimt den Schmertzen / es soll aber zuvor das Zahnfleisch mit rothem Wachs versorget werden."
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