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Standort und Verbreitung:
Wild wächst der Sadebaum in den Gebirgen Südeuropas, und in Deutschland kommt er in Südbayern vor.
Häufig findet man die Pflanze als Zierstrauch in Gärten, Parkanlagen und auf Friedhöfen.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Besonders die Spitzen der Zweige enthalten ätherische Öle und das stark giftige Sabinen. Die Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen, starke Entzündungen
des Magen- Darmbereichs, verbunden mit blutigen Durchfällen und blutigem Urin. Bei entsprechend starker Vergiftung kommt es zu Krämpfen, zu Bewußtlosigkeit und nach 1 Tag zum Tod durch
zentrale Atemlähmung. Auch äußerlich kann das Gift zu Hauterkrankungen und Blasenbildung führen. Der dem Sadebaum sehr ähnlich Wacholder weist vergleichbare Wirkstoffe in seinen
Zweigspitzen auf. Die zur Entwässerung genutzten Wacholderbeeren können in größeren Mengen genommen, Nierenschädigungen und auch Nierenversagen bewirken.
Tiergiftig:
Besonders ist der Sadebaum für Pferde, Rinder und Kühe, Schafe, Ziegen, Hunde und Katzen, Nager, wie Hasen und Kaninchen sowie für Vögel. Pferde reagieren nicht
ganz so empfindlich, wie andere Tiere. Eine Vergiftung zeigt sich in Magen- und Darmbeschwerden mit Krämpfen, Blähungen und Durchfall, Nierenentzündungen und Lähmungen. Für Hunde
ist 14-22 g der Sadebaumspitzen tödlich.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Die Homöopathie verwendet eine aus den Zweigspitzen bereitete Essenz bei Blasen- und Nierenerkrankungen sowie bei Koliken und Gicht. Sie findet auch
Verwendung bei drohender Fehlgeburt.
Name:
Die Herkunft des Gattungsnamens Juniperus ist nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise stammt er von dem keltische Wort jenepru für dornig, rauh, seiner
stacheligen Blätter wegen oder der Name leitet sich von den lateinischen Worten juvenis für jung und parere für gebären ab. Dies würde sich entweder, seiner immergrünen Blätter wegen auf
sein jugendliches Aussehen beziehen, vielleicht aber auch darauf, daß die Pflanze unter den Römern als Abtreibungsmittel genommen wurde. Einige deutsche Namen, wie Jungfernpalme,
Jungfernrosmarin, Mägdebaum und auch Kindertod nehmen darauf Bezug. Der Artname sabina war schon unter den Römern gebräuchlich (herba sabina). Die Pflanze erhielt diesen Namen wohl
deswegen, weil sie im Land der Sabiner oft als Heilmittel verwendet wurde. Weitere deutsche Bezeichnungen für diesen Baum waren Stinkwacholder, Stinkholz, Siebenbaum und Sebenbaum.
Geschichtliches:
Die Giftigkeit sowie die Heilwirkung des Baumes waren schon im Altertum bekannt. Dioscurides, Plinius und auch Galen berichteten in ihren Schriften vom
Sadebaum. Auch Karl der Große kannte seine Wirkung und hat sie in seinem "Capitulare" beschrieben. Der Sadebaum galt damals Mittel gegen Warzen, man nutzte ihn als
Wurmmittel, bei Gicht und Rheuma sowie zu Abtreibungen. Von der Verwendung des Sadebaums als Abtreibungsmittel wußte Matioli zu berichten: "Die alten Hexen und Wettermacherin üben
damit vil zauberey und abenthewer, verfüren darmit die jungen huren / geben inen Sevenbaumschüßling gepulvert ... / dadurch vil kinder verderbt werden."
Der Sadebaum ist geschützt!
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