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Sumpfporst Rhododendron tomentosum (=Ledum palustre) Heidekrautgewächse
Bestimmungsmerkmale:
Der Sumpfporst ist ein weißblühender, 50 - 150 cm hoch wachsender Strauch. Seine Blüten sitzen in einer endständigen Dolde und haben 5 Blütenblätter. Sie
erscheinen von Mai - Juli. Die Zweige sind rostbraun und filzig behaart, die ledrigen Laubblätter haben eine schmale lanzettliche Form und sind immergrün.
Die Pflanze riecht unangenehm.
Standort und Verbreitung:
Der Sumpfporst wächst in Hochmooren, auf nassen und kalkfreien Torfböden.
Er ist sehr selten geworden, da ihm durch Trockenlegung immer mehr Lebensraum entzogen wurde. So ist die
Pflanze bereits in Süd- und Westdeutschland verschwunden. Man findet sie gelegentlich noch in Norddeutschland und in Skandinavien.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Sumpfporst enthält giftige ätherische Öle, der wichtigste Bestandteil ist das Ledol.
Die Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen, Magen- und Darmentzündungen mit Durchfall, Schweißausbrüche
und Muskelschmerzen. Der Patient verspürt starken Schlafdrang und kann auch in rauschartige Zustände verfallen
. Todesfälle wurden nicht verzeichnet. Auch ist eine Vergiftung mit Sumpfporst heutzutage, seiner Seltenheit wegen, äußerst unwahrscheinlich.
Tiergiftig:
Die Pflanze wirkt giftig auf Pferde, eventuell aber auch auf andere Tiere. Die Symptome sind starke Magen- Darmbeschwerden, Durchfall, Reizung der Nieren, Schweißausbrüche, Benommenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Rauschzustände.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Sumpfporst war früher eine anerkannte Heilpflanze. Man nutzte seine schweiß- und harntreibende sowie bei
Husten auswurffördernde Wirkung. Er diente außerdem als Brechmittel. Sumpfporst wird heute noch in der Homöopathie bei Rheuma, Arthritis und Gicht verwendet.
Name:
Der Sumpf-Porst wird in den meisten Fällen noch zur Gattung Ledum gerechnet, was allerdings wissenschaftlich
nicht mehr korrekt ist. Es wurde inzwischen eindeutig nachgewiesen, dass er zur Gattung Rhododendron zählen muss.
Der Gattungsname Ledum stammt von dem alten griechischen Namen der Pflanze, ledon ab. Diese Bezeichnung
hat ihren Ursprung im griechischen ledos für Wollstoff und bezieht sich auf die filzige Behaarung der Pflanze. Der Artname palustre verweist darauf, daß der Strauch in Sümpfen wächst.
Seines harzigen Geruchs wegen wurde er im Volk auch Kien- und Tannenporst genannt.
Geschichtliches:
In der Volksheilkunde verwendete man ihn gegen Motten, Läuse und Krätze, was auch Matthiolus in seinem
Kräuterbuch erwähnt. Man nahm ihn auch zu Abtreibungen, wobei es allerdings oft zu Vergiftungen kam.
Auch dem Bier wurde der Sumpfporst, trotz drohender strenger Bestrafung zugesetzt, was die berauschende
Wirkung des Getränks noch verstärkte. Dies wird in alten Urkunden aus dem 13. Jahrhundert erwähnt.
Im 18. Jahrhundert wurde der Sumpfporst von schwedischen Ärzten in die Medizin eingeführt.
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