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Standort und Verbreitung:
Das Pfaffenhütchen wächst in Wäldern und Gebüschen. Die Pflanze benötigt feuchten Lehmboden. Ihr Verbreitungsgebiet ist fast ganz Europa.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Alle Teile der Pflanze, vor allem aber die Samen enthalten das Alkaloid Evonin sowie in kleinen Mengen das herzwirksame Evonosid. Insbesondere Kinder sind gefährdet, wenn sie die verlockend aussehenden Früchte essen. Die ersten Anzeichen einer Vergiftung zeigen sich erst nach etwa 15
Stunden. Es kommt zu Übelkeit, Reizungen von Magen- und Darm, teilweise verbunden mit blutigem Durchfall. Ferner treten Kreislaufstörungen und auch Krämpfe auf. Als tödliche Dosis
gelten 30 - 40 Früchte. Die Giftstoffe können auch Schädigungen von Leber und Niere herbeiführen.
Tiergiftig:
Pfaffenhütchen ist tödlich giftig für Pferde, Schweine, Schafe, Ziegen, Hunde und Katzen, für Nager, wie Hasen und Kaninchen, Hamster und Meerschweinchen sowie
für Vögel. Vergiftungssymptome sind Ansteigen der Körpertemperatur, Kreislaufstörungen, Kurzatmigkeit, Magen- und Darmbeschwerden mit Durchfall oder chronischer Verstopfung,
Bauchfellentzündung, Krämpfe und Herzrasen; der Tod ist durch Herzlähmung möglich. Als Spätschäden sind Nieren- und Leberschäden nicht auszuschliessen. Stuten können eine Fehlgeburt
bekommen. Bei Aufnahme von mehr als 10 Beeren kommt es bei Schafen und Ziegen zu Kreislaufbeschwerden.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Das Pfaffenhütchen wird in der Heilkunde nicht mehr verwendet.
Name:
Ihren Namen erhielt die Pflanze, da die Früchte Ähnlichkeiten mit der Kopfbedeckung katholischer Geistlicher haben. Mancherorts wird sie auch Spindelbaum und
Spillbaum genannt. Der griechische Gattungsname setzt sich aus den Worten eu für gut und onoma für Name zusammen, was wohl in ironischer Weise gemeint ist.
Der Artname europaea besagt, daß die Pflanze in Europa beheimatet ist.
Geschichtliches:
Früher wurde das Pulver der Samen als Ungeziefermittel verwendet. Man gebrauchte es gegen Krätzemilben und Läuse. Die Volksheilkunde nutzte die Droge auch als
harntreibendes Mittel.
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