|
Standort und Verbreitung:
Die Herkulesstaude stammt aus dem Kaukasus, aber man findet sie immer häufiger verwildert an Wald- und Wegrändern. Sie ist fast in ganz Europa verbreitet, man
findet sie bis nach Nord-Skandinavien.

In der Nordnorwegischen Stadt Tromsö gehört die Herkulesstaude an vielen Stellen zum normalen Stadtbild, sie ist so verbreitet, dass sie sogar auf Postkarten abgebildet wird.
Herkulesstaude kann sich zu einem unangenehm wuchernden Unkraut entwickeln, das schwer zu bekämpfen ist
. Normalerweise bin ich persönlich gegen das ”Bekämpfen” von Pflanzen, sehe es aber im Fall der
Herkulesstaude etwas anders. Dies liegt zum einen daran, dass die Pflanze in unseren Breiten nicht heimisch
ist und außerdem sehr ”dominant auftritt”. Was bedeutet, dass Sie anderen, auch geschützten Arten, eine
starke Konkurrenz ist und diese auch verdrängen kann. Dies geschieht einmal durch die große Blattmasse und
natürlich durch ihre rasante Verbreitung. Die Herkulesstaude kann pro Jahr bis zu 30.000 Samen entwickeln,
was bedeutet, dass sich ein Bestand innerhalb von 2 Jahren durchaus verdoppeln kann.
Will man die Pflanze bekämpfen, schlägt man am besten kurz vor der Fruchtreife die großen Dolden ab. Die
Pflanze ist dann der Meinung ”ihre Pflicht getan zu haben” was ihre Vermehrung betrifft und treibt meist nicht
erneut zur Blüte. Problematisch ist es oft nur den genauen Zeitpunkt zu erwischen, bevor die Aussaamung
begonnen hat. Die abgeschlagenen Dolden müssen aber gut ”entsorgt” werden, also nicht einfach liegen lassen
oder die Dolde nur umknicken. Es kann so immer noch zur Samenreife kommen. Eine andere Möglichkeit ist es
auch, die Dolden mit Plastikbeuteln zu umschließen, am besten gleich nach der Blüte; somit verpasst man nicht
den richtigen Zeitpunkt. Geduld bedarf es allerdings schon, bis so ein Bestand ausgemerzt ist, dies geschieht oft
erst nach Jahren. Eine weitere Möglichkeit der Bekämpfung ist das ausgraben der rübenartigen Wurzel im April/Mai; man muss aber mindestens 15 cm tief graben.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Die gesamte Pflanze und vor allem der Saft enthalten Furocumarine. Dieser Giftstoff wirkt bei gleichzeitiger Sonnenbestrahlung entzündlich auf die Haut. Gefahr besteht insbesondere für Kinder, die mit den Pflanzen spielen, sie abschlagen oder abbrechen und auf diese
Weise Hautkontakt mit dem Pflanzensaft bekommen. Die Entzündungen jucken stark, bilden auch Blasen und entsprechen Verbrennungen dritten Grades. Sie heilen
oft erst nach Wochen ab und hinterlassen auch Narben. Morgens ist die Berührung der Pflanze gefährlicher als abends, wohl weil unsere Haut nach der Nachtruhe photosensibler reagiert.
Familien mit Kindern sollten die Herkulesstaude nicht anpflanzen oder sie insbesondere bei Sonnenschein meiden.
Die Wirkstoffe sollen morgens stärker wirken als abends.
Tiergiftig:
Herkulesstaude wirkt giftig für Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, Hasen und Kaninchen, Hamster und
Meerschweinchen. Durch Lichteinwirkung kommt es zu starken Hautentzündungen.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Die Herkulesstaude wird medizinisch nicht genutzt. Der verwandte Wiesen-Bärenklau wirkt blutdrucksenkend und verdauungsfördernd.
Name:
Den Namen erhielt diese Pflanze ihrer außergewöhnlichen Größe wegen. Sie wird auch Riesen-Bärenklau und Herkuleskraut genannt.
Den Gattungsname Heracleum bekamen die Pflanzen nach Heracles, der ihre Heilwirkung entdeckt haben soll.
Geschichtliches:
Die Herkulesstaude kam im Jahre 1890 nach Europa. Völker in Osteuropa und Nordasien stellten aus dem Wiesen-Bärenklau früher Bier her.
|