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Standort und Verbreitung:
Der Blaue Eisenhut wächst auf feuchten Weiden, Hochstaudenfluren und in höheren Berglagen. In den Alpen findet man die Pflanze bis zu einer Höhe von 2500 m. Er
bevorzugt nährstoffreiche Böden und hat sein Verbreitungsgebiet in Mittel- und Westeuropa. Man findet ihn in den Pyrenäen und auch noch in Südskandinavien. Der Blaue Eisenhut und seine
Zuchtvariationen sind auch beliebte Gartenpflanzen und werden als Schnittblumen verkauft.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Eisenhut ist die giftigste Pflanze Europas. Er enthält vorwiegend in den Knollen, aber auch sonst in der ganzen Pflanze das stark wirksame Alkaloid Aconitin.
Schon wenige Gramm der Pflanze (entsprechend 3 - 6 mg Aconitin) können für einen Erwachsenen tödlich wirken. Das Gift ist auch in der
Lage durch die Haut einzudringen. Somit sind insbesondere Kinder gefährdet, die beim Spiel Pflanzenteile abpflücken und verschlucken. Vergiftungserscheinungen zeigen sich schon nach 10 - 20 Minuten.
Zuerst tritt ein Kribbeln im Mund, in Fingern und an den Zehen auf. Es kommt zu Schweißausbrüchen und Erbrechen, starken Koliken und Durchfällen. Die Körpertemperatur sinkt ab, die Atmung wird unregelmäßig, der Blutdruck sinkt, der Tod erfolgt durch Herzversagen oder Atemstillstand.
Der Exitus erfolgt bei starker Vergiftung schon nach 30 - 45 Minuten. Der Patient ist die ganze Zeit bei vollem Bewußtsein und leidet stärkste
Schmerzen.
Tiergiftig:
Eisenhut ist für folgende Tierarten sehr giftig: Pferde, Rinder und Kühe, Schweine, Schafe, Hunde und Katzen, Nager, wie Hasen und Kaninchen, Hamster und
Meerschweinchen sowie für Vögel. Vergiftung zeigt sich in starkem Speichfluss, Pupillenvergrößerung, Erregungen, Unruhe, Durchfällen, Krämpfen, erhöhte Körpertemperatur,
Herzrhythmusstörungen und aufsteigende Lähmung mit Lähmung von der Gesichtsmuskeln und der Zunge. Der Tod tritt unter starken Schmerzen durch Atemlähmung oder Versagen des Kreislaufes
ein, wobei die tödliche Dosis beim Pferd ist 200 – 400g der frischen Pflanzenteile ist, möglicherweise aber auch deutlich weniger; beim Hund 5 g der getrockneten Wurzel. Ziegen soll der
Eisenhut nichts anhaben, er wird aber meist von ihnen verschmäht.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Medizinisch wird der Eisenhut bei Nervenschmerzen, Rheumatismus, Herzbeutelentzündung und Rippenfellerkrankungen eingesetzt. Da die Dosierung mit Pulver, Tinktur
und Salbe unsicher ist, verwendet man immer mehr das reine Aconitin. In der Homöopathie setzt man die Pflanze bei Bronchitis, Ischias und Herzbeutelentzündungen ein.
Name:
Der Eisenhut wurde auch Sturmhut, Helmgiftkraut, Mönchskappe und Kappenblume genannt. Diese Namen beziehen sich alle auf die Blütenform der Pflanze. Weitere
Bezeichnungen waren Fuchswurzel, Wolfsgift und Teufelswurz. Der Gattungsname Aconitum kommt vom griechischen "en akoneios" und bedeutet auf schroffen Felsen wachsend, womit
er auf das Vorkommen der dort heimischen Arten verweist. Der Artname napellus ist eine Verkleinerungsform von napus der Rübe und bezieht sich auf das Aussehen der Wurzel.
Geschichtliches:
In der griechischen Sage wird berichtet, daß der Eisenhut aus dem Speichel des dreiköpfigen Cerberus entstand, als dieser von Herkules aus der Unterwelt geholt
wurde. Menschlicher und tierischer Speichel wurde damals für giftig gehalten, und je scheußlicher eine Kreatur war, um so giftiger galt auch ihr Speichel. Im antiken Griechenland war
es der Bevölkerung verboten, den Eisenhut anzupflanzen, in den staatlichen Gärten indes wurde er allerdings gehalten. Dioscurides schreibt über den Eisenhut: "Derselbigen
gebraucht man zum Wolfsfang, denn wenn man die Wurzeln in das rohe Fleisch steckt und die Wölfe das Fleisch mit den Wurzeln fressen, pflegen sie davon zu sterben."
Von Plinius d.Ä. wurde der Eisenhut als pflanzliches Arsen bezeichnet. In der Antike und im Mittelalter waren Giftmorde mit Aconitin sehr häufig, es war damals das am meisten
gebrauchte Mordgift. Ein Giftanschlag auf den Propheten Mohammed im 7. Jahrhundert schlug fehl, da er den bitteren Geschmack sofort bemerkte. Er soll aber, so schreibt die Sage, 3 Jahre
später dann doch an den Folgen des Giftes gestorben sein. Auch der römische Kaiser Claudius und Pabst Hadrian VI sollen mit Eisenhut vergiftet worden sein. Aconitin wurde von vielen
Kulturen als Pfeilgift gebraucht, so auch im 15. Jahrhundert von den Mauren während ihrer Kämpfe gegen die Spanier. Im alten Griechenland richtete man auch Verbrecher mit dem Gift hin,
wobei Eisenhut nur den Deliquenten verabreicht wurde, die besonders schwere Verbrechen begangen hatten, da der Tod mit Aconitin besonders grausam ist. Im Kräuterbuch des
Tabernaemontanus lesen wir: "Es ist diß Kraut (vor allen anderen Gewächsen / das ärgste Gifft / dann es) also gifftig / daß auch der beste Theriak oder Mithridat (damals übliche Gegengifte) nichts dargegen schaffen kan / derowegen diejenigen / so diß Kraut im Garten wachsen haben / fleißig achtung geben sollen / damit diß gifftige und tödliche Kraut nicht unter andere Kochkräuter genommen werde / dann es den Menschen in kurzer Zeit ums Leben bringe."
Mattioli beschrieb 1586 den Eisenhut damit, daß dieser "ein gewaltig tödlich Gifft sey, das sich fast mit keiner Artzney vertreiben läßt".
Es wird auch berichtet, daß Roßhändler den Tieren die Pflanze zu fressen gaben damit diese schön feurig wurden.
Der Eisenhut ist geschützt!
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