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Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Die Eiche ist keine Giftpflanze, allerdings kann zu hoch dosierter Tee aus der Rinde bei empfindlichen Menschen unter Umständen zu Magenbeschwerden führen. Die Früchte (Eicheln) sind
ungeniessbar. Der Staub vom Eichenholz ist krebserregend.
Tiergiftig:
Eicheln, Eichenlaub und Rinde wirken giftig auf Pferde, Rinder und Kühe. Die Symptome einer Vergiftung beim Pferd sind Fressunlust, apathisches Verhalten, Schwäche,
Verstopfung, blutiger Durchfall und blutiger Urin. Bedingt durch Leberschädigung kommt es zu Gelbsucht und Gelbfärbung der Schleimhäute. Nierenversagen ist möglich. Bei Rindern und
Kühen tritt nach 3 - 5 Tagen, bedingt durch den hohen Gerbstoffgehalt,
die sogenannte “Eichelkrankheit” auf. Sie zeigt sich durch Fressunlust, apathisches Verhalten, starkem Durst der Tiere, Verstopfung, blutigem Durchfall, Mattheit und Taumeln.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Eichen zählen zu den stärksten Gerbstoffdrogen. Die Rinde wird daher bei Durchfällen und zur Kräftigung des Darms eingesetzt. Sie wirkt aber auch entzündungswidrig bei Infektionen im Mund
und Rachen. Der Gerbstoff festigt die Schleimhäute im Mund und auch im Darm, somit können sich Bakterien nicht mehr oder zumindest nur stark eingeschränkt anlagern. Das verfestigte Gewebe
wird dann hinterher vom Körper wieder abgestossen, um neues Gewebe zu bilden. Weiterhin findet die Droge Anwendung bei Frostschäden an Händen und Füssen sowie als Umschlag bei
entzündeten Augen. Die Eiche liefert erstklassiges hartes Holz und wird unter anderem im Möbelbau verwendet.
Name:
Der Name Eiche kommt aus dem Germanischen. Die alte nordische Bezeichnung Eik galt grundsätzlich für alle Bäume. Der botanische Gattungsname Quercus war die römische Bezeichnung für die
Eiche. Der Artname robur bedeutet Kraft und Stärke, womit er auf die Stärke des Holzes hinweist.
Geschichtliches:
Schon in der Schule des Hippokrates (460 - 337 vor Chr.) lehrte man die Wirkung der Eiche als Heilmittel. Auch Dioscurides (1. Jahrhundert n. Chr.) beschrieb in seinem 500 Pflanzen
umfassenden Werk “De Materia Media” die Wirkung des Eichenbaumes. Der Arzt und Pflanzenforscher Hieronymus Bock schrieb in seinem 1539 erschienen Kräuterbuch: “Eichenlaub...inn Wein
gesotten ( unnd getruncken / stillet gewißlich alle bauchflüß / desgleichen der Weiber blödigkeit (Unpässlichkeit)...So jemand von einm gifftigen Thier oder Wurm gestochen were / der
trincke gepülvert Eicheln.... Der Apotheker und Botaniker Tabernaemantanus (1520 - 1590), der über 3000 Pflanzen beschrieben hat, vermerkt unter anderem zum “Eichbaum” folgendes:
“Wer einen bösen / stinkenden Athem hat / der nehme Eichenlaub / stoße es zu Pulver / darvon nehme er alle Morgen nüchtern ein Quintlein mit Wein ein / so benimmt es das Ubelriechen. Wenn
jemand ein gifftiges Kraut geessen hätte / der soll Eichenlaub in Wasser sieden / und darnach mit Milch einnehmen / doch soll es geschehen / ehe dann das Gifft überhand nimmt....
Eichenlaub in Wasser und Essig gesotten / und den Mund war damit gespühlet / ist gut wider das Zahnwehe...”
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