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Alraune
Mandragora officinarum
Nachtschattengewächse

Bestimmungsmerkmale:
Die Alraune hat eine Blattrosette mit 40 cm langen, dunkelgrünen Blättern. Sie sind am Rand gekräuselt, und ihre Oberfläche ist runzelig. Die 3 - 4 cm großen, violetten Blüten wachsen aus der Rosette heraus; die Pflanze trägt orangerote Früchte, die von der Größe eines kleinen Apfels sind und unangenehm riechen. Die Alraunenwurzel wächst bis zu 50 cm tief in die Erde und ähnelt, ihrer Verzweigungen wegen, an eine menschliche Gestalt. Seit alters her ist sie daher sagenumwoben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alraune

 

 

 

 

 

 

Alraunenwurzel
Alraunenwurzel-2

 

 

Die menschenähnliche Alraunenwurzel ließ unsere Vorfahren glauben, dass die Wurzel starke Zauberkräfte hatte. Man glaubte damals, dass das “Erdmännchen”, wie die Wurzel auch genannt wurde, beim Ausgraben einen gellenden Schrei ausstieß und alle, die diesen Schrei hörten, sofort versteinerten. Die ist auch der Grund, warum Harry Potter und seine Kumpanen beim Ausgraben der Alraunenwurzel Ohrenschützer trugen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Standort und Verbreitung:
Man findet die Alraune im östlichen Mittelmeergebiet auf Schuttplätzen und brachliegenden Feldern, sie ist eine Ödlandpflanze.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Die Pflanze enthält Hyoscyamin, Scopolamin und Atropin. Die Früchte können für Kinder eine Gefahr darstellen.
Die typischen Vergiftungserscheinungen sind starke Pupillenerweiterung (Glanzaugen), fehlendes Erbrechen, gerötete, trockene und heiße Haut sowie Pulsbeschleunigung. Bei starker Vergiftung erfolgt Bewußtlosigkeit und narkoseähnlicher Schlaf.  Durch Atemlähmung kann es zum Tod des Patienten kommen. In unseren Breiten ist eine Vergiftung mit der Alraune nahezu ausgeschlossen.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Die Alraune findet in der Homöopathie Anwendung bei depressiven Zuständen, bei gewissen Magen- und Leberstörungen sowie bei entzündeten Gelenken und Ischias.

Name:
Die Pflanze wurde früher auch Galgenmännchen, Erdmännchen und Drachenpuppe genannt; bei den alten Griechen und Römern hieß sie auch Circea, nach der Zauberin Circe. Der Gattungsname Mandragora setzt sich zusammen aus dem griechischen Wort mandra für Stall und agora für Sammelplatz, was bedeutet, dass die Alraune früher in der Nähe von Stallungen zu finden war. Der Artname weist auf ihre Verwendung als Arzneipflanze hin. Das Wort Alraune stammt aus der germanischen Sprache (runa = Geheimnis) und steht für Kobold und mythisches Wesen.

Geschichtliches:
Die Alraune gehört mit zu den ältesten Heilpflanzen. Sie wurde schon vor 4000 Jahren von den alten Ägyptern als Liebestrank und Schlaf- sowie Schmerzmittel verwendet. Die Pflanze wurde im Papyrus Ebers unter dem Namen "dja-dja" erwähnt und als Grabbeilage in den Pyramiden gefunden; auf dem Gewand Tut-Ench-Amuns waren Alraunenfrüchte dargestellt. Auch die Bibel weiß über die Früchte der Alraune zu berichten. In der Antike beschrieben Theophrast und Dioscurides ihre Wirkung. Dioscurides empfiehlt die Alraune bei Gallenbeschwerden, bei Schmerzen und Erkrankungen der Augen, zur Fruchtbarkeit, bei Geschwulsten und auch bei Schlangenbissen.  Und schon damals benutzte man die Pflanze als Narkosemittel, wie Dioscurides schreibt: "Man macht einen Wein aus den Rinden der Wurzeln ... und gibt ... denjenigen, die man schneiden oder brennen will zu trinken ... denn sie fallen dadurch in einen Schlaf, welcher ihnen alle Empfindlichkeit nimmt". Ferner weiß er zu berichten dass die Wurzel närrisch und unsinnig macht und wer sie eingenommen hat 3 - 4 Stunden bewußtlos schläft. Weiter lesen wir: "Die Chirurgen brauchen auch dieses, wenn sie jemandem etwas am Leib abschneiden oder brennen wollen." Allerlei mystische Vorstellungen wurden um die Alraunenwurzel gesponnen. Bei Plinius heißt es, dass vor dem Ausgraben der Wurzel, mit einem Schwert in dreifacher Kreis um die Pflanze gezogen werden müsse. Flavius schrieb, man müsse die Wurzel mit Urin und Menstruationsblut befeuchten, ansonsten ließe sie sich nicht aus der Erde ziehen.  Auch im Mittelalter war man der Meinung, nur unter allerlei Beschwörungen, und nur in Mondnächten zur Sonnenwende die Wurzel ausgraben zu können, die, nach damaliger Vorstellung aus den Tränen, bzw. Samen, von Erhängten wuchs. Auch Schreie der Pflanze wollte man gehört haben und es erging die Empfehlung einen Hund die Wurzel aus der Erde reißen zu lassen, damit dieser und nicht sein Herr versteinert würde. So wurden der Pflanze allerlei magische Kräfte zugeschrieben, man erhoffte sich Glück von ihr und glaubte, dass es keinen Zauber gab, der sie bezwingen könne. Viele Gaukler und Scharlatane verkauften daher die menschenähnliche Wurzel für teures Geld. Paracelsus spottet damals über die einfältigen Menschen, die sich dem Glauben an die Alraunenwurzel hingaben. Die Wurzel wurde aber auch als Arznei eingesetzt. Tabernaemontanus empfiehlt sie als Arznei bei Wunden, gegen Schlangenbissen, als Mittel die Geburt einzuleiten und natürlich als Schlaf- und Schmerzmittel.
Vielfach wurden gefälschte Alraunenwurzeln, geschnitzt aus der Zaunrübe und aus Enzianwurzeln, feilgeboten. Es muss eine wahre Alraunensucht damals stattgefunden haben, denn im Jahre 1611 sah sich Herzog Maximilian von Bayern dazu genötigt ein Verbot zu erlassen, die Alraunenwurzeln auszugraben und mit ihr Zauberei und Hexerei zu betreiben.