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Standort und Verbreitung: Man findet die Vielblütige Weißwurz in Buchen- und Laubmischwäldern. Sie wächst auf Lehmboden, der locker, humus- und kalkhaltig sein muss. Die Wohlriechende Weißwurz gedeit auf Rasen und in trockenen Wäldern, sie ist nicht so häufig zu finden, wie die Vielblütige Weißwurz. Die Quirlblättrige Weißwurz findet man auf Bergwiesen, in den Alpen bis fast 2000 m Höhe. Die 3 Arten sind in ganz Europa verbreitet.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome: Weißwurz enthält Glycoside, ähnlich denen des Maiglöckchens sowie Saponine. Der Giftgehalt der Wohlriechenden Weißwurz ist höher, als bei den anderen Arten. Kinder sind gefährdet, wenn sie die blauschwarzen Beeren mit Heidelbeeren verwechseln. Die Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen, Durchfall, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen und auch Atemnot.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung: Die Weißwurzarten werden medizinisch nicht mehr genutzt.
Name: Der Name Weißwurz kommt von den weißlichen Wurzeln der Pflanzen. Die Bezeichnung Salomonssiegel bezieht sich ebenfalls auf die Wurzel. Die abgestorbenen Triebe des Vorjahres bilden Narben, die wie Dokumentensiegel aussehen. Nach der Sage soll König Salomon die Zauberkraft der Wurzel dazu verwendet haben, um beim Bau des Tempels die Felsen zu sprengen. Der Gattungsname Polygonatum setzt sich aus den griechischen Worten polys für viel und gony für Knie oder Knoten zusammen und meint damit die knotigen Glieder des Wurzelstocks. Die wissenschaftlichen Artnamen entsprechen auch den deutschen Artnamen.
Geschichtliches: Die Wurzel war früher ein anerkanntes Heilmittel und wurde ihrer blutdrucksenkenden Wirkung wegen genutzt. In der Volksheilkunde gebrauchte man sie als harntreibendes Mittel und äußerlich wurden Sommersprossen und Hautflecken mit ihr behandelt. In einer mittelalterlichen Übersetzung des Dioscurides heißt es dazu: "Die Weißwurz hat ein weisse / weiche / lange wurzel /... / welche zu den Wunden wird wie ein pflaster obergelegt. Vertreibt darzu auch die Masen und Mackeln deß Angesichts." Tabernaemontanus, der die Pflanze ebenfalls bei Sommersprossen und anderen Flecken der Haut empfiehlt, schreibt auch: "Etliche sagen / dass die Wurzel ein Krafft habe / darmit sie zu den Ehelichen Wercken reize. (Daher wird sie in etlichen Apothecken mit Zucker überzogen / dass sie lieblicher zu gebrauchen seye)".
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