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Mistel, Laubholz-Mistel
Viscum album
Sandelholzgewächse

Bestimmungsmerkmale:
Die Mistel wächst als Halbschmarotzer auf Bäumen. Über Ihre Wurzeln zapft sie die Leitungsbahnen der Bäume an, auf denen sie siedelt. Vollschmarotzer beziehen übrigens im Vergleich zum Halbschmarotzer ihre gesamten Nährstoffe aus der Wirtspflanze und haben auch ihre eigene Photosynthese eingestellt, sie besitzen daher keine Grünfärbung mehr. Dies ist bei der Mistel nicht der Fall. Die Mistel hat immergrüne, eiförmige, ledrige Blätter. In ihren Blattachseln erscheinen im Frühjahr unscheinbare gelbe Blüten. Auffallend sind die weißen und innen klebrigen Beeren, die man, wie die ganze Pflanze, im Winter gut erkennen kann, wenn die Bäume ihr Laub abgeworfen haben. Vögel, insbesondere die Misteldrossel (Turdus viscivorus), die die Beeren fressen, scheiden die Samen wieder aus und sorgen somit für die Vermehrung. >> hier finden Sie mehr Infos zur Misteldrossel. Am bekanntesten und am meisten verbreitet ist die Laubholz-Mistel (Viscum album), weitere Arten sind die Tannen-Mistel (Viscum abietis) und die Kiefern-Mistel (Viscum laxum)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mistel
Mistel

 

 

 

 

 

 

Mistelblüte
Mistelbeeren

 

 

Blüte

Frucht

 

 

 

 

 

 

Mistelsamen
Mistel-Querschnitt

 

 

Der Samen der Mistel steckt in einer gallertartigen Masse, die sehr klebrig ist. Dadurch kann sich der Samen am Ast fixieren.

Querschnitt durch einen mit einer Mistel besetzten Ast. Die oberen 2/3 ist die Mistelwurzel, darunter der Ast.

 

 

 

 

 

 

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Standort und Verbreitung:
Die Mistel siedelt gerne in Flußtälern, wo die Luftfeuchtigkeit höher ist. Sie kommt nur zerstreut vor, in manchen Gegenden aber auch häufiger. Sie gedeiht bis zu einer Höhe von 1200 m.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Die Mistel enthält in ihren Blättern und Stängeln das Viscotoxin (Mistelgift). Der höchste Gehalt an Giftstoffen findet sich in den Stängeln und Blättern, vor allem im Winter. Die Giftstoffe variieren mit der Wirtspflanze, also dem Baum, auf dem die Misteln wachsen. So weisen Misteln, die auf Linde, Ahorn, Robinie und Pappel gedeihen eine höhere Giftwirkung auf, als Misteln, die auf Apfelbäumen wachsen. Bei kleineren Kindern kann es zu Magen- und Darmbeschwerden kommen.

Tiergiftig:
Mistel ist giftig für Pferde, Hunde und Katzen sowie für Nager, wie z. B. Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster, außerdem für Vögel. Eine Vergiftung zeigt sich durch erschwertes Atmen, Speichelfluss, Magen- und Darmbeschwerden: bei Hunden wurde Erbrechen beobachtet.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Mistel wird zur Unterstützung des Blutdrucks eingesetzt und teilweise auch in der alternativen Krebstherapie. Ferner findet sie Anwendung bei geschwächtem Herzmuskel und in der Homöopathie.

Name:
Die Namensherkunft ist ungewiss. Im althochdeutschen hieß die Pflanze mistil, was soviel bedeutet wie Mist, bezugnehmend auf die Verbreitung der Samen durch die Ausscheidung der Vögel. Volkstümlich hatte sie noch viele andere Bezeichnungen, so nannte man sie Hexenbesen, Hexenkraut, Donarbesen, Geißechrut und auch Vogelchrut.
Der botanische Artname Viscum heißt soviel wie Vogelleim, da die Römer aus den klebrigen Beeren Leim herstellten. Der Artname album bedeutet weiß und bezieht sich somit auf die Farbe der Beeren.

Geschichtliches:
“Miraculix” ist zwar eine nette Erfindung von Goscinny und Uderzo, der Brauch Mistel mit goldenen Sicheln zu schneiden allerdings nicht. Die Druiden, die Priester der Kelten (deren Vorfahren die Gallier waren), bestiegen weiß gekleidet die Bäume und schnitten die Mistel für rituelle Handlungen. Für sie gab es nichts heiligeres als die Mistel. Die Pflanze gehört zu den ältesten Zauberpflanzen. Sie kommt schon in der griechischen Mythologie vor, als Äneas mit der “goldenen Zauberrute” in die Unterwelt eindringen wollte; auch diente der Mistelzweig dem Gott Merkur zum öffnen der Tore des Hades, wenn er die Toten begleiten musste und die Pflanze wurde auch in der nordischen Mythologie als Mistelpfeil verwendet. Sicherlich wurde der Mistel deshalb soviel Zauberkraft zugeschrieben, da sie schließlich etwas anders aussieht und anders wächst als andere Pflanzen. Zum einen ist sie selbst im Winter grün und zum anderen ist sie ein Halbschmarotzer und wurzelt auf den Ästen von verschiedenen Baumarten. Grund genug für unsere Vorfahren, ihr magische Kräfte zuzuschreiben. Nachgewiesenermassen nutzte man die Mistel schon heilkundlich im 5. Jahrhundert v. Chr. Plinius beschreibt im 1. Jahrhundert n. Chr. die Wirkung der Mistel bei Fallsucht.  In den letzten Jahren werden im Dezember immer häufiger Mistelzweige in Blumengeschäften angeboten, dies kommt von dem englischen Brauch des Weihnachtsmistelzweiges. Man hängte ihn im Zimmer auf oder band ihn über die Eingangstür, das Mädchen, das von einem Mann unter dem Zweig angetroffen wurde, musste sich von ihm küssen lassen. Somit galt (und gilt ?) die Mistel als Glücksbringer und Symbol für Fruchtbarkeit, gegen die sie auch im Altertum Verwendung fand. So nutzten auch die Kräuterkundler des Mittelalters die Mistel als Heilkraut. Hildegard von Bingen schätzte Mistelsud gegen erfrorene Gliedmassen; man verwendete sie aber auch gegen Epilepsie, wohl daher, da man diese Krankheit bösen Geistern zuschrieb. Da die Mistel ja nicht zur Erde fallen konnte, da sie auf Bäumen wuchs, ging man davon aus, dass dies einem Epileptiker auch nicht geschehen könne, trug er denn einen Mistelzweig bei sich. Der Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp setzte die Mistel zum Blutstillen ein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mistelbaum

Mistel