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Standort und Verbreitung:
Die Pflanze wächst vorwiegend in Laubwäldern in West- und Mitteleuropa. Sie braucht warmen, humusreichen Boden.
Das Maiglöckchen wird auch als Zierpflanze in Gärten gehalten.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Die giftigen Inhaltsstoffe ähneln denen des Roten Fingerhutes.
Es handelt sich um herzwirksame Glycoside, der Hauptwirkstoff ist das Convallatoxin. Die Giftstoffe sind in allen Teilen der Pflanze enthalten, aber insbesondere
die roten Beeren stellen für Kinder eine Gefahr dar. Auch Blumenwasser in dem Maiglöckchen gestanden haben nimmt die Gifte auf. Es hat schon starke Vergiftungen und Todesfälle gegeben,
nachdem Kinder dieses Blumenwasser getrunken haben. Ein Grund, insbesondere für Familien mit Kindern, keine Maiglöckchen in der Vase zu halten. Die Vergiftungserscheinungen sind
Übelkeit und Erbrechen, Sehstörungen, Durchfälle und Schwindelgefühl. Bei starker Vergiftung kommt es zu Herzrythmusstörungen. Der Tod tritt durch Herzstillstand ein.
Glücklicherweise sind starke Vergiftungen selten, da die Giftstoffe vom Körper schlecht aufgenommen werden.
Tiergiftig:
Das Maiglöckchen ist giftig Schweine und Ziegen, besonders wenn sie in der Waldmast gehalten werden. Ferner für Pferde, Hunde, Katzen, Hasen, Kaninchen und andere
Nager, wir z. B. Hamster und Meerschweinchen und für Vögel. Die Tiere leiden im Fall einer Vergiftung unter Magen- Darmbeschwerden mit Durchfall, Teilnahmslosigkeit, Krämpfe,
Verlangsamung des Herzschlages.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Präparate aus Maiglöckchen sind wichtige Mittel bei Erkrankungen des Herzens. Sie wirken herzstärkend und werden so vorwiegend bei Herzschwäche und
Herzrythmusstörungen eingesetzt. Maiglöckchen war früher auch Bestandteil in Schnupftabak.
Name:
Die Pflanze trägt auch die Namen Maiblume, Maililie, Mairöschen und Maischellen. Der Gattungsname Convallaria stammt vom lateinischen convallis und bedeutet
Talkessel, womit er auf das Vorkommen der Pflanze hinweist. Der lateinische Artname majalis bezieht sich auf die Blütezeit (majus = Mai).
Geschichtliches:
Im 16. Jahrhundert wird das erste Mal über die Wirkungen des Maiglöckchens in den Kräuterbüchern berichtet. Hieronymus Bock empfiehlt "Meyenblumen"
bei Schwindel, Fallsucht und bei Augenleiden. Auch die herzstärkende Wirkung war damals schon bekannt. Auch Tabernaemontanus schreibt der Pflanze allerlei Heilkraft zu. So soll sie bei
Ohnmacht, verlorener Sprache, Gicht sowie bei Entzündungen und Geschwüren und allerlei Krankheiten mehr helfen. Aber auch die herzstärkende Wirkung war damals schon bekannt.
Das Maiglöckchen ist geschützt!
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