|
Standort und Verbreitung:
Die Heidelbeere wächst in Wäldern mit saurem, torfigen Boden. Sie ist sehr häufig zu finden, allerdings nicht auf stark kalkhaltigen Böden. In den Alpen gedeiht sie vereinzelt bis zu einer
Höhe von 2500 m.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Das Bundesgesundheitsamt lehnt die Anwendung der Blätter aufgrund von Nebenwirkungen ab. So kann es durch Überdosierung und Dauergebrauch der Blätter zu einer sogenannten
Hydrochinonvergiftung kommen. Die Beeren sind allerdings bedenkenlos zu verwenden. Die Kerne der Heidelbeere wirken allerdings bei sehr empfindlichen Menschen auch reizend auf die
Magenschleimhäute
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Heidelbeeren haben als getrocknete Früchte heilende Wirkung bei Durchfällen, insbesondere bei Kleinkindern. Diese Wirkung kommt von dem hohen Gehalt an Gerbstoffen. In frischem Zustand
können Heidelbeeren aber auch abführend wirken, also nicht verwechseln. Heidelbeersaft wird bei Entzündungen des Mund- und Rachenbereichs genommen und auch äußerlich bei Wunden angewendet.
In der Volksmedizin nutzte man die Heidelbeerblätter gegen Durchfälle, Blasenschwäche, Husten und Magenbeschwerden. Die frischen Heidelbeeren sind reich an Vitamin C und an
Mineralstoffen. Ferner enthalten sie Karotene, die das Immunsystem stärken. Aus den Beeren wird auch Heidelbeerwein und Likör hergestellt.
Name:
Die deutsche Bezeichnung der Heidelbeere hat ihren Ursprung wohl in “auf der Heide wachsende Beere”. Weitere deutsche Namen waren und sind Bickbeere, Blaubeere, Hällbeere und Schwarzbeere.
Mit wissenschaftlichem Namen heißt sie Vaccinium myrtillus. Vaccinium leitet sich von Baccinium für Beerenstrauch ab und ist wohl eine Verfälschung bzw. Veränderung des eigentlichen
Wortstammes. Der Artname myrtillus weist auf die Ähnlichkeit der Heidelbeere mit der Myrte hin.
Geschichtliches:
Im Mittelalter war die Äbtissin Hildegard von Bingen die Erste, die die Heilwirkung der Heidelbeere beschrieb. Auch die Ärzte des Mittelalters wußten um ihren Nutzen und haben dies in
ihren Büchern ausführlich vermerkt. Hier in Zitat aus dem Kräuterbuch des Tabernaemontanus (1520-1590): “Von diesen Blättern mit Rosenöl ein Pflanster gemacht / ist nutz zur Geschwulst an
heimlichen Orten. Der Safft der Blätter im Mund gehalten / ist gut für die Fäule. Die Wurzel gepulvert / in die Wunden gestreuet / benimmt das faul Fleisch / und heilet sehr. Die
roten Heidelbeer gedörret und gepulvert und eingenommen / ist gut wider den Stein / soll kräfftig die Ruhr und den Bauchfluß stellen. Das Pulver in Wasser gelegt / färbt dasselbige /
daß es sihet wie rother Wein / ist auch lieblich zu trincken für den Durst.”
|